
Was Sie gegen Scheidentrockenheit tun können
Scheidentrockenheit ist auch schon vor den Wechseljahren weit verbreitet. Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen und wie Sie einer trockenen Scheide vorbeugen können.

Sie leiden unter einer trockenen Scheide? Dann geht es Ihnen wie vielen Frauen. Oft tritt Scheidentrockenheit erst in den Wechseljahren auf. Aber auch viele junge Frauen leiden unter den Symptomen. Denn wenn die Scheide trocken ist, wirkt sich dies auf die allgemeine körperliche und mitunter auch seelische Verfassung der Betroffenen aus. Die gute Nachricht: Sie können etwas gegen vaginale Trockenheit tun!
Scheidentrockenheit: Symptome
Eine gesunde Vagina wird auf natürliche Weise von Sekreten der Vaginalschleimhaut und des Gebärmutterhalses feucht gehalten. Die Scheidenflüssigkeit hat schützende Eigenschaften gegen Krankheitserreger. Außerdem fungiert sie als natürliches Gleitmittel beim Sex. Mangelt es an Scheidensekret, leiden die betroffenen Frauen unter unangenehmen Symptomen. Dazu zählen:
- Rötungen, Juckreiz und Brennen im Intimbereich
- Schmerzen beim Sex
- Anfälligkeit für Verletzungen und Infektionen
Ursachen für eine trockene Vagina
Die möglichen Ursachen für einen trockenen Intimbereich sind vielfältig. In vielen Fällen liegen der Trockenheit hormonelle Veränderungen zugrunde. Dies kann etwa bei der Einnahme der Antibabypille oder während der Schwangerschaft der Fall sein. Doch eine der häufigsten Ursachen ist die Menopause.
Scheidentrockenheit in den Wechseljahren
Auch wenn eine trockene Scheide in jeder Lebensphase auftreten kann, kommt sie besonders häufig in der Menopause vor. Laut der „North American Menopause Society“ führt Östrogenmangel nach den Wechseljahren bei bis zu 84% der Frauen zu Symptomen wie Scheidentrockenheit.
Diese vaginale Trockenheit kann durch die verminderte Östrogenproduktion in Verbindung mit einer Veränderung des vaginalen pH-Werts ausgelöst werden, was insgesamt zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen kann. Intimpflegeprodukte mit feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften sind speziell für die Anwendung im Intimbereich vorgesehen und können Linderung verschaffen. Bei schwerwiegender Scheidentrockenheit sollten Sie jedoch unbedingt Ihren Arzt oder Ärztin aufsuchen.
Weitere mögliche Ursachen für eine trockene Scheide
- Übermäßige Intimpflege
- Starker Alkohol- und Nikotinkonsum
- Folgen einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen
Häufig sind die Gründe jedoch nicht im Körper, sondern in der Seele zu suchen. Sind Sie gestresst? Haben Sie Ängste? Diese können sich auf Ihre vaginale Gesundheit auswirken und zu Scheidentrockenheit führen. Dies zeigt sich häufig beim Sex, wenn die notwendige Produktion von Scheidenflüssigkeit ausbleibt, weil Nervosität und Ängste im Spiel sind.
In manchen Fällen ist die Scheidentrockenheit selbst Symptom von Infektionen oder Erkrankungen. So kann eine trockene Scheide mit Brennen und Juckreiz etwa eine Begleiterscheinung von Scheidenpilz sein. Ob eine Erkrankung hinter Ihren Symptomen steckt, sollten Sie also bei einem Besuch bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Gynäkologen abklären.
Was hilft bei Scheidentrockenheit?
Zum Glück muss niemand mit den Symptomen und Folgen einer trockenen Vagina leben. Es gibt Abhilfe! Zunächst sollten Sie mithilfe Ihrer Frauenärztin abklären, worin die Ursachen Ihrer Symptome liegen. Was hilft gegen Scheidentrockenheit, wenn Infektionen und Erkrankungen ausgeschlossen wurden?
Die richtige Intimpflege
Um gegen die Symptome einer trockenen Scheide vorzugehen, sollten Sie sich zunächst Ihre Intimpflege-Routine anschauen und prüfen, ob möglicherweise die verwendeten Seifen und Duschgels oder wie häufig Sie diese verwenden Ihre Beschwerden verstärken. Die richtige Intimpflege ist das A und O für die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Scheide. Verwenden Sie zum Waschen Ihres Intimbereiches ausschließlich klares Wasser und eine milde Reinigungslotion. Insbesondere Waschlotionen mit natürlicher Milchsäure und feuchtigkeitsspendende Produkte können Ihren Intimbereich unterstützen und die Symptome einer trockenen Vagina lindern. Die Reinigung sollte nicht häufiger als einmal täglich erfolgen.
Gesunde Ernährung
Die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Scheide hängt auch mit den Lebensmitteln zusammen, die Sie zu sich nehmen oder bewusst weglassen. Verzichten sollten Sie beispielsweise auf zu viel Fett und Zucker. Um Ihre Intimgesundheit zu verbessern, können Sie auf Nahrungsmittel mit hohen Anteilen von gesunden Omega-3-Fettsäuren setzen. Diese sind zum Beispiel in Fisch oder in speziellen Algen und Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Wichtig ist zudem eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser!
Feuchtigkeit von außen zuführen
Um die Folgen einer trockenen Scheide zu mildern, kann die mangelnde Feuchtigkeit durch Öle, Cremes oder Gele von außen zugeführt werden. Kokosöl eignet sich beispielsweise als Gleitmittel. Beim Sex sollten Sie ein schonendes Gleitgel auf Wasserbasis verwenden, um Verletzungen vorzubeugen.
Alternative Menstruationsprodukte
Um Ihre Scheidentrockenheit nicht noch zu verstärken, sollten Sie während Ihrer Periode auf bestimmte Hygieneprodukte verzichten. Tampons etwa saugen nicht nur Periodenblut auf, sondern trocknen die Vaginalschleimhaut aus. Herkömmliche Binden mit Plastikanteilen können Irritationen im Intimbereich verstärken. Sanfte Alternativen sind Binden aus Baumwolle, waschbare Periodenunterwäsche oder Menstruationstassen. Letztere können mithilfe von etwas Gleitgel eingeführt werden.
Hormonhaushalt regulieren
Ihre Frauenärztin kann feststellen, ob Ihren Beschwerden ein Hormonmangel zugrunde liegt. Gerade in den Wechseljahren kommt es häufig zu einem Östrogenmangel. Wird ein solcher Mangel diagnostiziert, kann dieser durch verschreibungspflichtige östrogenhaltige Cremes ausgeglichen werden. Auch der Wechsel der Verhütungsmethode oder der Pille kann in Absprache mit einem Arzt oder Ärztin in Betracht gezogen werden.
Beim Geschlechtsverkehr Gleitgel verwenden
Scheidentrockenheit verursacht nicht nur Brennen oder Reizungen bei Alltagsaktivitäten, sondern kann Sie auch in intimen Momenten einschränken. Schmerzen beim Sex durch eine trockene Scheide können bei Frauen aller Altersklassen auftreten, sind jedoch in den Wechseljahren häufiger. Bei sexueller Erregung wird die Scheide feuchter. Wenn Sie jedoch nicht genügend erregt sind oder unter Scheidentrockenheit leiden, können beim Sex Schmerzen auftreten.
Ein Gleitgel kann hier die Lösung sein, denn es ahmt die natürliche Feuchtigkeit nach und mindert die Reibung beim Sex. So können Sie auch mit trockener Vagina weiterhin ohne Schmerzen Geschlechtsverkehr haben.
Hier nochmal alle Tipps gegen vaginale Trockenheit im Überblick:
- Sanfte Intimpflege mit milder Reinigungslotion
- Gesunde Ernährung
- Befeuchtende Zäpfchen und Salben
- Gleitgel beim Sex
- Verzicht auf Tampons und herkömmliche Binden
- Überprüfung der Verhütungsmethode
- Östrogenhaltige Cremes*
*Die Verwendung von östrogenhaltigen Cremes erfolgt nur in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin.